• Thaïs

    Thaïs

    Oper von Jules Massenet Theater an der Wien
    tickets available

    Linke Wienzeile 6
    1060 Wien
     

    Thaïs Theater an der Wien Di 19.Jan 2021 19:00
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    Thaïs Theater an der Wien Do 21.Jan 2021 19:00
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    Thaïs Theater an der Wien Sa 23.Jan 2021 19:00
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    Thaïs Theater an der Wien Di 26.Jan 2021 19:00
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    Thaïs Theater an der Wien Do 28.Jan 2021 19:00
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    Thaïs Theater an der Wien Sa 30.Jan 2021 19:00
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    Jules Massenet schrieb seine Oper um die reuige Kurtisane für seine Geliebte, die kalifornische Sopranistin Sybil Sanderson. Das Libretto basiert auf dem gleichnamigen, 1890 erschienenen Skandalroman von Anatole France. In Massenets Oper treten dessen antiklerikale, satirische Elemente zurück, er zeigt die beiden  Hauptfiguren in tragischer Selbsttäuschung befangen. Trotz eines skandalösen  Busenblitzers von Sanderson war die Uraufführung 1894 nicht besonders erfolgreich. Erst nach einer gründlichen Überarbeitung wurde die zweite, 1898 aufgeführte Fassung zu einem Welterfolg, es entstand sogar ein Stummfilm nach der Oper – mit SängerInnen. Auf der Bühne hängt der Erfolg jeweils an der Interpretin der Titelfigur. Thaïs ist in sängerischer und darstellerischer Hinsicht eine schwierige Rolle. Massenets Musik ist von dem Stil des Fin de siècle geprägt, verführerisch, poetisch und melancholisch. Aber sie ist mehr als nur schillernde, gleißend-elegante Oberfläche – dies Vorurteil stand einem weiteren Erfolg nach 1930 lange im Weg. Massenet gibt mit seiner subtilen psychologischen Zeichnung von Anfang an Hinweise, dass weder Athanaëls Keuschheit noch Thaïs’ Verderbtheit wirklich unumstößlich sind. In der berühmten Méditation werden die inneren Vorgänge während ThaÏs’ Bekehrung geschildert. Die Ausgefeiltheit zeigt sich zudem in einem Netz von musikalischen Motiven, die in der Méditation und im tragischen Ende kulminieren. In der Spiegelarie, Thaïs’ Reflexion über ihr Leben, die ihre Bekehrung  vorbereitet, erreicht Massenet eine für die französische Oper beispielhafte Verschmelzung von Wort und Ton, die spätere Komponisten wie Debussy  beeinflusste. Strukturell knüpft Massenet bei Thaïs mit den großen Szenen, den  Balletten an die Grand-Opéra an, aber eigentlich erlebt man das persönliche Drama zweier Menschen und ihrer fehlgeleiteten, missverstandenen Gefühle zueinander. Ihre Schicksale sind nicht wie bei Rossinis Guillaume Tell oder Verdis Don Carlos mit der großen Politik verknüpft. Man sieht vielmehr, wie die sozialen Festlegungen der Rollen von Mann und Frau in dieser patriarchalischen Gesellschaft menschliche  Beziehungen unmöglich machen.

    (Quelle: Theater an der Wien)