• Lisztstr.1
    1030 Wien
     

    Als Titus den Friseur Marquis vor einem Unfall bewahrt und zum Dank eine schwarze Perücke erhält, nimmt sein Leben jedoch eine plötzliche Wende: mit neuer Haarfarbe wird er zum Begehrensobjekt dreier konkurrierender Witwen und macht im Schloss rasant Karriere, indem er fortan immer wieder chamäleonartig die Persönlichkeit wechselt. Doch erst als Titus auf seinen Talisman verzichtet, findet er sein Glück. „Der Talisman“ ist eine schillernd-schwerelose Geschichte des Scheins und des Seins. Noch mehr als die verschiedenen „Zauberperücken“ sind es der manipulative Charme und das „Fey’rtagsgwandl“ seiner Wortkunst, die Titus zum sozialen Aufstieg verhelfen.

    Nestroys hochmusikalische Posse übt dezidiert politisch motivierte Zeitkritik. Mit seiner subtilen Wahrnehmung für alles Gebrochene und Widersprüchliche in der menschlichen Natur wendet sich der „erste deutsche Satiriker“ (Karl Kraus) gegen einen damals wie heute weit verbreiteten Opportunismus, gegen Geldgier und die Diskriminierung von Minderheiten. Der Talisman des Titus Feuerfuchs ist zugleich ein Symbol dafür, wie lächerlich zufällig der Weg zu Glück oder Unglück bisweilen sein kann.

    In dieser Produktion wird aus künstlerischen Gründen auf der Bühne geraucht.

    (Quelle: Burgtheater)